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Aka-aki: Social-Network für das Handy

By on 12. März 2009

Die Idee scheint genial zu sein. Egal wo man ist, ein Blick aufs Handy genügt und schon ist man mit den Leuten in seiner Umgebung per du, kennt ihre Vorlieben und weiß, ob es sich lohnt, auf die Person zu zugehen. Bluetooth und Aka-aki machen es möglich, theoretisch…

Was im ersten Moment klingt, wie eine asiatische Fischspezialität stammt in Wirklichkeit aus Berlin und hat eher mit Social-Networking alá Facebook und Studivz als mit klebrigem Fisch im Algenblatt zu tun.

akaakilogo

Aka-aki entstand aus einem Diplomprojekt an der Universität der Künste zu Berlin und basiert auf der Idee, jene digitale Vernetzung vom heimischen PC hinaus auf die Straße zu übertragen. Und zwar via Bluetooth.

Ganz ohne PC funktioniert es allerdings doch nicht, denn bevor man den kostenlosen Dienst nutzen kann, muss man, wie bei allen anderen Online-Steckbrief-Portalen auch ein Profil anlegen und bestimmen, welche Informationen man preisgeben will, und welche nicht.

Dann installiert man die entsprechende Software auf sein Handy und kann nun im Umkreis von 20 Metern, also innerhalb der Reichweite von Bluetooth, die Profile anderer Blauzahn-Handy-Besitzer abrufen, natürlich nur sofern sie ebenfalls registriert sind auch ihr Bluetooth aktiviert haben. Und hier liegt auch das Problem der Technik, denn viele Handybesitzer schalten diese Schnittstelle aus berechtigter Angst vor Hackern und Datenfishing eigentlich immer aus.

Aka-Aki bietet Sozial-Networking immer und überall

Aber sollte es sich durchsetzen, könnte es eigentlich ganz angenehm werden. Man könnte schon im Vorfeld wissen, wem man gegenüberstehen wird, wenn man sich entschließt, auf einen anderen Mitmenschen zu zugehen. Und manchmal reicht schon dieses kleine Vibrieren in der Tasche, dass einem zeigt, da ist noch so jemand wie ich, um die Anonymität einer Großstadt ein wenig kleiner erschienen zu lassen. Eigentlich kein Wunder, dass dies gerade in Berlin erfunden wurde. Und irgendwie ist es ganz lustig, abends nachzuschauen, wer einem den Tag über so begegnet ist, ohne dass man davon etwas mitbekommen hat.

Wie schon gesagt, ist dieser Dienst kostenlos, die einzigen Aufwendungen, die anfallen, sind jene, die der Mobilfunkanbieter erhebt, um via Internet die Profile der anderen Nutzer abzurufen. Erfreulich ist auch, dass Aka-Aki nur auf Annäherung reagiert und gänzlich auf GPS oder Funkzellenortung verzichtet. Es ist also alles andere, als ein Spionageprogramm, und wer doch einmal Anonymität sucht, kann sein Bluetooth ja abschalten.

Also wie gesagt, wenn es sich durchsetzt und eklatante Sicherheitslücken ausgeschlossen werden können, dann könnte Aka-Aki ein echter Spaß werden.