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App-Store und der Android Market: Die Unterschiede

By on 4. März 2010

Apples AppStore erfreut sich eines phänomenalen Erfolgs, doch er bekommt zunehmend Konkurrenz. Der Google Android Market positioniert sich als offener Marktplatz für mobile Apps. Lesen Sie mehr über die unterschiedlichen App-Vermarktungsmodelle der beiden Tech-Giganten.

Unterschiedliche Ansätze

Seit jeher herrscht Diskussion darüber, ob man das Internet als offenen, ja fast archaischen Raum betrachten sollte oder lieber als geschlossenes regelgebundenes Ökosystem. Kritiker behaupten, Menschen, die das Netz als geschlossenen Raum betrachten, haben nicht begriffen, worum es im Internet geht, nämlich um offene Standards, in der jeder seinen Beitrag leisten könne. Doch ganz so schwarz oder weiss gestaltet es sich nicht, denn Apple und Google zeigen mit ihren App-Märkten Androiden und dem AppStore, dass beide Wege nach Rom führen können. Apples geht den Weg der integrativen ineinander greifenden Lösung. Alle Apple-Software und Hardware-Lösungen stammen aus einem Guss. Somit schliesst Apple von vorn herein die Türen gegenüber andersartigen Systemen. Google hingegen möchte seine mobile Umwelt ausbauen und setzt dabei auf eine Vielzahl verschiedener Endgeräte und Services.

Eine Frage der Philosophie

Welche Strategie (offen oder geschlossen) ein Unternehmen fährt, ist wahrlich eine Frage der Einstellung. Das iPhone ist Apples bisher grösster Wurf und es ist dem Unternehmen gelungen, das iPhone in das Apple-Ökosystem zu integrieren. Das Resultat ist ein fliessender Übergang zwischen der Desktop-und mobilen Welt, die Apple da geschaffen hat. Darüber hinaus schafft es das Unternehmen stets, das Produktdesign auf der Höhe der Zeit zu setzen. Die grösste Errungenschaft in Verbindung mit dem iPhone ist jedoch der digitale Marktplatz für Apps, den das Unternehmen Mitte 2008 ins Leben gerufen hat. Weit über 100.000 kleiner Programme jeglicher Color finden sich dort mittlerweile. Dabei sind der Kreativität der Entwickler kaum Grenzen gesetzt und die Zahl der Anwendungen wächst und wächst. Die Downloadzahl hat die 3 Milliardengrenze bereits überschritten. Die Programmierer haben sich jedoch einzulassen auf Apples “Hausordnung” und sind an diese gebunden. Google geht hier einen anderen Weg. Zunächst einmal lässt sich das Betriebssystem Android auf jeder mobilen Hardware installieren. Das Betriebssystem als Basis genommen, überlässt Google es den Geräteherstellern, wie sie die Bedienung dem Endnutzer präsentieren. Der dazugehörige Android -Market beherbergt zur Zeit über 20.000 Apps. Man merkt hier: Der Android Market kann zur Zeit was die Zahlen angeht mit dem AppStore nicht mithalten ist jedoch in ständiger Bewegung. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Zahlen im Laufe neuer Google-Smartphones entwicklen wird.

Das Geschäft mit den Apps

Als Google die Pforten zu seinem Store eröffnete, waren alle Anwendungen zunächst kostenlos. Später wurde das Angebot um kostenpflichtige Anwendungen erweitert. Bei Google ist die Registrierung für Programmierer kostenlos. Bei Apple hingegen zahlt man eine einmalige Gebühr von 99 Dollar. Durch die hohe Anzahl der teilnehmenden Programmierer fährt Apple einen enormen Umsatz ein. 30 % der Verkaufserlöse aus Apps gehen an Apple und 70% gehen direkt an den Entwickler des Apps. Bei Google hingegen verzichtet man auf eine Umsatzbeteiligung. Bei Apple gibt es keine Umsatzbeteiligung bei kostenlosen Apps. Ob das langfristig so bleiben wird, weil es vielleicht ein Loch in die Taschen des Konzern reissen könnte, bleibt abzuwarten, denn auch kostenlose (werbefinanzierte) Apps stellen eine potenzielle Erlösquelle für Apple dar.

Fazit: Spannendes Rennen

Derzeit hat Apple mit seinem Geschäftsmodell und dem iPhone noch den Vorteil. Jedoch wird die Konkurrenz immer stärker und damit auch die Gefahr, dass der AppStore “entthront werden könnte. Mit der stetigen Verbesserung der mobilen Endgeräte der Konkurrenz werden auch die langfristigen Erfolgsaussichten anderer mobiler App-Märkte wachsen. Ob offene oder geschlossene Standards: Apple und Google haben eine neue Tech-Ära mit viel Potenzial erschaffen.

Foto:  abdulsatarid – Fotolia.com

One Comment

  1. Michael

    4. März 2010 at 21:02

    Bei einem Vergleich der verfügbaren Apps sollte man bedenken, dass der Android Market erst ein Jahr im Netz ist.