Don't Miss

Flash für das iPhone – Wann gibt Apple nach?

By on 21. Mai 2010

Die Schlammschlacht zwischen Adobe und Apple dauert mittlerweile schon mehrere Jahre an. Der Grund ist Apples vehemente Verweigerung des Adobe Flashplayers auf ihrer Hardware, wie etwa dem iPhone und dem iPad. Jüngst hat Adobe sich zu einer neuen, zynischen Werbekampagne hinreissen lassen. Wird Apple endlich Erbarmen zeigen?

Jeder Apple-User kennt das Problem: Sobald ein Bereich einer Internetseite nur mit Flash dargestellt werden kann, gucken die Jünger des silbernen Apfels in die Röhre. Das ist eines der grossen Mankos des iPhones, den schliesslich nutzen fast alle grossen Anbieter den Standard aus dem Hause Adobe. Apple kritisiert seit jeher die angeblichen Sicherheitsmängel von Flash, und sieht nach eigenen Angaben die Zukunft des Internets in HTML5. Wird sich Steve Jobs für die Zeit dazwischen noch ein Herz fassen und iPhone Usern die Nutzung von Flash zugestehen?

Flash auf dem iPhone – Was hat Steve Jobs gegen Adobe?

Der Nährboden für den andauernden Rosenkrieg zwischen Adobe und Apple wurde schon vor Jahren zementiert. Seit Adobe sich weigerte, ihre Produkte für Mac OS zu optimieren, ist Steve Jobs nicht gut auf die kalifornische Sofwareschmiede zu sprechen.

Sicherlich gab es Grund zur Beanstandung, da ohne eine Optimierung der Software Sicherheitslücken entstanden wären. Jedoch ist auch Adobes Position verständlich, denn der Arbeitsaufwand hätte sich für das nicht weit verbreitete Mac OS nicht gelohnt.

Die beiden Positionen zum Flash-Disput auf dem iPhone

Verständlicherweise prangert Adobe die Uneinsichtigkeit von Apple an, da 98% der internetfähigen PCs mit Flash ausgestattet sind, und 85% der 100 grössten Internetseiten mit Flashinhalten konstruiert sind. Auf der Firmenhomepage gibt es einige kritische Statements über die eigensinnige Haltung Apples. Laut Adobe sollte Apple sich nicht das Recht herausnehmen, das Internet als Monopolist kontrollieren zu wollen.

Apples Position wurde von Steve Jobs in einem offenen Brief dargelegt. Er kritisiert die Sicherheitsmängel von Flash, und schiebt dem Programm die Schuld für 70% der Systemabstürze von Macs zu. Zudem seien Flashanwendungen nicht effizient genug für den Akku des iPhones.

Das Flashverbot auf dem iPhone – Was ist der wahre Grund?

Man braucht keine besondere Spürnase, um Apples wahre Intention zu durchschauen. Eine Haupteinnahmequelle des Konzerns ist der Appstore, wo sämtliche Spiele und iPhone-Apps kostenpflichtig heruntergeladen werden müssen.

Mit Flash auf dem iPhone würde dieser Elfenbeinturm wohl ins Wanken geraten, und das iPhone würde mit Flashspielchen überflutet werden. Um dies zu verhindern, wird Mr. Jobs sich wohl auch in Zukunft mit Händen und Füssen gegen den roten Blitz wehren.

2 Comments

  1. Alejandro

    21. Mai 2010 at 18:57

    Die Frage ist nicht, wann Apple nachgibt, sondern wann Adobe aufgibt. Aufgrund der Faktenlage dürfte das Ende von Flash absehbar sein. Flash wurde in einer Zeit entwickelt, als die Möglichkeiten, Medianinhalte sinnvoll anzuzeigen, noch begrenzt waren. Was Barrierefreiheit betrifft, ist Flash wohl das schlechteste, was man sich vorstellen kann. Tatsache ist, dass neuere Technologien Flash ersetzen können, und zudem noch ressourcenschonender sind. Die Zahl der Webseiten, die ihre Inhalte auf barrierefreie, offene Standards wie HTML5 anpassen, steigt laufend. Apple ist der Totengräber von Flash – und das ist auch gut so.

  2. Klaus Jestädt

    22. Mai 2010 at 21:46

    Ich würde den persönlichen Disput der Kommerzboliden mal auf die Seite stellen und das ganze etwas nüchterner betrachten.

    Dennoch diese Randnotiz: Wenn auf meinem MacBook der Lüfter hochdreht und die Akkurestzeit im Zeitraffer dahinschmiltzt, sobald Flashfilmchen laufen, was mir auf diversen Linux Distributionen nicht mal passiert ist, dann zeigt daß durchaus daß Adobe eine nicht unerhebliche Zielgruppe vernachlässigt. Ca. 10% OSX User sind nicht „nichts“ im Business !!! Dazu die iPhone Plattform ??? Wer da von ein paar Usern spricht….

    Dennoch. Ich verzichte einstweilen gerne auf Flash am iPhone, iPod und bald auch iPad. Die Diskussion ist ähnlich gelagert wie die aktuelle um Videocodecs. Vereinfacht gesagt, das Internet würde nicht so wie wir es kennen existieren und auch nur halbwegs frei und offen sein wenn Microsoft seine Software Kriege in den 90’ern gewonnen hätte.
    Hier spielten und spielen Linux, BSD und weitere eine wichtige Rolle.

    Das Internet muß auf frei verfügbarer Software und frei verfügbaren Techniken basieren. Ansonsten wird es ausschließlich kommerzielle und kontrollierte Inhalte geben (siehe Tendenzen im Apple App Store).

    Adobe wäre gut beraten sein Know-How in gute Entwicklertools für HTML5 zu stecken statt die sterbende Kuh noch künstlich zu ernähren.

    Außer für Online Spiele sehe ich Flash als völlig Nutzloses Pillepalle an. Einzig ActionScript für plattformübergreifende Applikationen könnte einen Sinn haben (siehe Applikationen wie Tweetdeck etc.).

    Aber letzlich ist der Closed Source Zirkus eine Alchemistenveranstaltung. Früher wollten die Jungs aus Kupfer Gold machen, heute aus Kunden finanzielles Melkvieh.

    Gut daß der Wettbewerb im Browser gerade begonnen hat, nach der Schockstarre mit dem IE6, der jegliche Innovation verhinderte.

    Grüsse von efoxy.de