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Meinung nach einem Monat iPhone-Nutzung

By on 14. Dezember 2007

Es ist nun knapp einen Monat her, seitdem das iPhone in Deutschland das Licht der Welt erblickt hat. Am 9. November 2007 startete T-Mobile den Verkauf zu einem Preis von 399 Euro in Kombination mit drei Tarifen. Zeit ein Zwischenfazit zu ziehen.

Pünktlich am 9. November zog ich los und kaufte mir das iPhone in einem der Telekom-Shops. Über meine ersten Eindrücke vom iPhone berichtete ich bereits in einem anderen Beitrag. Vor meinem Kauf hatte ich lange Zeit überlegt, ob ich mir nicht doch ein importiertes iPhone kaufen sollte. Dafür hätte gesprochen, dass man mittels Hack jeden Mobilfunkanbieter hätte nutzen können, so zum Beispiel auch ganz normale Prepaidkarten. Zudem gibt es mittlerweile jede Menge Software für das iPhone von Drittentwicklern. Allerdings ist auch dies nur mit Hilfe von Hacks möglich. Apple bietet die Nutzung von Dritthersteller-Software momentan leider noch nicht an, hat aber bereits ein Entwicklungsumgebung für das iPhone (SDK) an ausgewählte Software-Entwickler herausgegeben, so dass Apple im Februar 2008 das iPhone auch offiziell mit Drittentwickler-Software unterstützen wird.

Ich habe mich für die offiziell in Deutschland vertriebene Version des iPhones entschieden, da ich auch in Zukunft problemlos das iPhone updaten will, um so zum Beispiel auch im Februar die neuen Funktionen nutzen zu können. Apple macht es den Hackern mit jedem Update schwieriger, in das System des iPhones vorzudringen, um es weiterhin frei nutzen zu können. Ich will nicht von dem Können der Hacker abhängig sein. Zudem bietet mir der iPhone-Tarif von T-Mobile alles was ich für die Nutzung benötige: Eine Handy Internet Flatrate, ausreichend Freiminuten und Kurznachrichten (SMS). Zudem bin ich mit der Qualität und Verfügbarkeit des Telekom-Netzes mehr als zufrieden, weil die Erreichbarkeit im Vergleich zu der Konkurrenz wirklich gut ist. Aber das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.

Was ist mir also aufgefallen?

Positiv hervorheben muss ich natürlich die komplette Bedienung und Nutzerführung des iPhones. Hier ist mir bisher noch kein Handy untergekommen, das ähnlich begeistern konnte. Auch nach einem Monat begeistert es mich immer wieder aufs Neue. Ich freue mich immer wieder darauf, mein iPhone aus der Tasche zu ziehen, damit zu telefonieren, Musik zu hören oder im Internet zu surfen. Selbst SMS schreiben macht mir seitdem Spaß. Auch die perfekte Zusammenarbeit zwischen meinem Mac und dem iPhone möchte ich hier hervorheben. Seitdem verwalte ich alle meine Termine in der Kalenderanwendung meines Macs, diese werden dann automatisch beim nächsten Anschließen des iPhones synchronisiert. Genauso verhält es sich mit der Adressbuchanwendung. Wer also einen Mac hat, der kommt wahrscheinlich sowieso schwieriger am iPhone vorbei.

Kommen wir dazu, was mir nicht so gefällt. Größtes Manko ist meiner Meinung nach die fehlende reale Tastatur. Mit der virtuellen Tastatur, die nach Bedarf eingeblendet wird, kann ich zwar mittlerweile schon relativ schnell schreiben, es schleichen sich allerdings immer wieder Fehler ein. Oft korrigiert auch die Rechtschreibprüfung korrekte Wörter falsch. So wird bei meinen Eingaben regelmäßig das Wort „da“ zu dem Wort „es“ korrigiert. Wenn man nun schnell etwas eingibt und die Leertaste antippt, dann wird automatisch das „es“ eingefügt. Leider habe ich hier noch nichts davon gemerkt, dass die Tastatur lernt. Ich achte mittlerweile sehr darauf und klicke immer den Vorschlag „es“ weg, aber das iPhone bringt ihn mir jedes Mal wieder. Wesentlich besser lässt es sich hingegen mit der Tastatur im Querformat tippen. Hier sind die Tasten wesentlich größer und weiter auseinander. So kann man auch mit dickeren Fingern besser schreiben. Aber leider gibt es diese Tastatur momentan nur im Safari-Browser des iPhones. Also der Anwendung, bei der man eigentlich nur ab und zu mal ein paar Internet-Adressen eingibt. Man kann nur hoffen, dass die Querformat-Tastatur auch noch im E-Mail-Programm, bei den SMS sowie bei der Notiz-Funktion Einzug erhält.

Außerdem nutze ich eine Tasche für das iPhone. Hier erkennt der Helligkeitssensor des iPhones scheinbar nicht, wenn ich telefoniere. Denn oft ist es so, dass wenn ich einen Anruf starte, er das Display schon vorzeitig ausschaltet und sobald ich das iPhone an mein Ohr halte, geht das Display wieder an. Halte ich es wieder weg, geht es wieder aus und ich kann das iPhone nicht mehr bedienen, da sich das Display dann auch nicht mehr mittels Finger aktivieren lässt. Das ist ein wenig nervig und bewirkt genau das Gegenteil von dem, was es eigentlich bewirken soll. Man kann das iPhone dann nur noch aus der Tasche befreien, um so auch den Sensor wieder freizulegen. Eventuell gibt es das Problem auch nur bei dieser Tasche, allerdings handelt es sich um eine offizielle Tasche von T-Mobile.

Die oft bemängelte fehlende UMTS-Funktionalität vermisse ich hingegen überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich bin mit Edge sehr zufrieden. Am Anfang hatte ich in meinem Wohngebiet leider kein Edge und daher dauerte es mit GPRS schon relativ lange bis Seiten geladen wurden. Aber seit einigen Tagen zeigt mein iPhone das obligatorische „E“ für Edge im Display an und auch auf meiner täglichen Busfahrt ist nun Edge verfügbar. Hier scheint T-Mobile also wirklich etwas zu tun. Die HotSpots habe ich bisher noch nicht genutzt, hoffe aber, dass sich das iPhone in Zukunft bei diesen automatisch einloggen wird. So hätte man immer eine optimale Geschwindigkeit, wenn man unterwegs ist.

Zu guter Letzt würde ich mir auch einen Stift zur Bedienung des iPhones wünschen. Mich nervt es einfach tierisch, wenn die Displayscheibe ständig mit Fettspuren des Fingers überzogen ist. Einmal putzen und mit dem Finger berühren und schon kann man einen Abdruck erkennen, wenn das Display ausgeschaltet ist. Zudem würde ein Stift die Bedienung der virtuellen Tastatur erheblich erleichtern und die Wahrscheinlichkeit sich zu Vertippen verringern. Der Touchscreen des iPhones reagiert allerdings nicht auf normal erhältliche Stylus-Stifte. Hier wäre es wünschenswert, wenn Drittanbieter schnell passendes Zubehör nachliefern würden. Ich würde auf jeden Fall sofort einen kaufen.

Und wie lautet mein Fazit?

Mein Fazit lautet: Ein super Gerät, das iPhone. Ich würde es mir jederzeit wiederkaufen, allerdings wünsche ich mir doch sehr eine Verbesserung der virtuellen Tastatur. Auch eine ausziehbare Tastatur, wie bei Konkurrenzprodukten, wäre bei einer Nachfolgeversion denkbar, würde das iPhone aber sicherlich dicker werden lassen. Das nächste große Highlight ist dann die Einbindung von Drittentwickler-Software im Februar 2008. Hierauf freue ich mich besonders. Wer Spaß an schicker Technik hat, der wird mit dem iPhone sehr zufrieden sein. Wer eher auf weniger Schnick-Schnack legt und zudem seine Prepaid-Karte weiterhin nutzen will, sollte eher zu einem günstigeren Handy greifen. Ich bin jedenfalls immer noch ein total glücklicher iPhone-Besitzer mit Vertrag! 🙂